Praktikumsberichte

Carlotta

Praktikum bei der FES-Budapest August/ September 2017

Das Projekt “Flucht, Migration, Integration in Europa”

Ich habe vom 15. August bis zum 30. September 2017 ein Praktikum in dem FES Projekt „Flucht, Migration, Integration in Europa“ (liebevoll auch das FLUMI-Projekt genannt) absolviert. Das Projekt ist an dem Auslandsbüro der FES in Budapest angesiedelt. Hierdurch habe ich nicht nur die Möglichkeit gehabt intensive Einblicke in die europaweite themenspezifische Arbeit der FES zu bekommen, sondern auch kleinere Einblicke in die lokale Stiftungsarbeit.

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Bewerbung:

Auf die Projektarbeit bin ich über eine Bewerbung bei der Stiftung aufmerksam geworden. Ich hatte mich während meines ERASMUS-Semesters in Budapest, bereits bei der Stiftung beworben und da ich vor Ort war, konnte ich ein persönliches Vorstellungsgespräch führen. Da es die Möglichkeit für ein Praktikum sowohl in der Stiftung als auch in dem Projekt gab, habe ich ein Vorstellungsgespräch mit beiden Leitern geführt. Während des Gesprächs habe ich gemerkt, dass ich ein Praktikum in dem Projekt interessanter finde und habe kurz danach auch eine Zusage dafür bekommen.

Das Praktikum:

Das Projekt ist noch sehr neu, es wurde erst Anfang des Jahres 2017 etabliert und hat mit vier Personen ein überschaubares Team. Das macht die Arbeit in dem Projekt jedoch sehr viel spannender. Zum einen sind die Strukturen in vielen Bereichen noch nicht so gefestigt, dadurch hatte ich die Möglichkeit mich überall einzubringen und in jedes der drei Themen viele Einblicke zu bekommen. Darüber hinaus hat die Arbeit in einem kleinen und dazu noch jungen Team, sehr viel Spaß gemacht – so konnte ich eigene Ideen und Kreativität in die Projektarbeit einbringen.

Meine Arbeit war zum größten Teil Recherche Arbeit zu Themen für geplante Veranstaltungen; Personen, welche potentiell eingeladen werden könnten; sowie aktuellen Ereignissen in allen drei Bereichen. Darüber hinaus wurde ich aber auch gefragt zu Veranstaltungen zu gehen, welche in Budapest zu diesen Themenschwerpunkten, von anderen Stiftungen oder Organisationen ausgerichtet wurden. Mein persönliches Highlight des Praktikums war jedoch die FES Fortbildung zu dem Thema in Berlin, an welcher ich teilnehmen durfte. In dieser Woche haben wir von einem Besuch in der Flüchtlingsunterkunft Wilmersdorf bis zu einem Gespräch mit dem Referatsleiter der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration alles mitgenommen. Die verschiedenen Vorträge gaben nicht nur theoretischen, sondern auch praktischen Einblick in die Integrationsarbeit aus politischer, bis hin zu gewerkschaftlichen Sichtweise. Die Woche in Berlin hat das ganze Praktikum abgerundet, vor allem da ich die Möglichkeit hatte alle Konzepte noch einmal aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und jede Frage, die sich während des Praktikums in diesen Themen aufgetan hat, von Fachpersonen beantworten zu lassen.

Rahmenbedingungen:

Ich hatte während der Praktikumszeit mein eigenes Büro und die Arbeitszeiten sind relativ flexibel. Außerdem gibt es 2 Tage Urlaubsanspruch pro Monat, was alles andere als selbstverständlich ist. Ein bisschen schade ist, dass es keine Vergütung für das Praktikum gibt, allerding sind die Lebenshaltungskosten in Budapest niedriger als in Deutschland und man kann ein ERASMUS-Stipendium beantragen.

Empfehlung:

Ich würde dieses Praktikum jedem weiterempfehlen. Von allen Praktika, welche ich bislang absolviert habe war es mit Abstand das angenehmste und spannendste Praktikum. Ich hatte über die ganze Praktikumszeit das Gefühl, dass meine Arbeit wichtig ist und etwas zu dem Projekt beisteuert. Allerdings wurde mir auch viel Zeit gegeben mich mit Themen, welche mich interessieren, intensiv auseinander zu setzen. Am Ende von dem Praktikum hatte ich nicht nur das Gefühl mehr über die Stiftungsarbeit zu wissen, sondern besonders in den Themen Flucht, Migration und Integration viele neue Aspekte und Konzepte kennen gelernt zu haben. Zuletzt gilt meine Empfehlung allerdings besonders dem Team, da ich in meinen sechs Wochen Praktikumszeit zu keiner Zeit das Gefühl hatte eine Praktikantin zu sein, sondern wie ein vollwertiges Mitglied des Teams behandelt wurde. 


Daniel Gratkowski

Praktikum bei der FES-Budapest Februar/ März 2016

Während meines Masterstudiums European Union Studies an der Uni Salzburg entschied ich mich für ein freiwilliges Auslandspraktikum. Da ich einen Einblick in die Arbeit einer international tätigen politischen Stiftung erhalten wollte, fiel meine Wahl auf die Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest. Die hier behandelten Themenschwerpunkte stellten einerseits eine gute Ergänzung zu meinem Studium dar und andererseits hatte ich die Möglichkeit Budapest, eine Stadt für die ich mich schon lange interessiert hatte, besser kennenzulernen. Nach Absenden der Bewerbungsunterlagen erhielt ich die Möglichkeit zu einem Telefoninterview und bekam kurz darauf die Zusage für das Praktikum. Da das Praktikum sehr begehrt ist, lohnt sich eine frühestmögliche Bewerbung.

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In den zwei Monaten meines Praktikums hatte ich nicht nur die Möglichkeit in alle Arbeitsbereiche der Stiftung hineinzuschnuppern sondern auch mitzuarbeiten und mitzugestalten. Besondere Freude hatte ich daran bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen (sowohl eigene als auch Partnerveranstaltungen) zu helfen. Neben den Veranstaltungen gab es aber auch noch andere Aufgaben, wie zum Beispiel das Verfassen von Protokollen, Recherchen zu aktuellen Themen, das Erstellen von Berichten sowie Übersetzungsarbeiten. Dabei waren meine Ungarischkenntnisse sehr hilfreich. Diese sind zwar von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung. Thematisch deckt die FES in Budapest die Bereiche Gewerkschaftsarbeit, Gendergerechtigkeit und Gesellschaftspolitik (in den Bereich fallen die EU, Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie Zivilgesellschaft) ab.

Die Konferenzen und Seminare helfen dabei, den eigenen Horizont zu erweitern und sich mit gesellschaftlichen Problemen kritisch auseinanderzusetzen. Ich hatte das Glück vor Ort zu sein, als sich die Vertreter der Stiftungen in Mittelosteuropa in Budapest trafen, um sich über die Entwicklungen in der Region (Visegrad-4 und die baltischen Staaten) und in den einzelnen Ländern auszutauschen. So hatte ich die Möglichkeit mich nicht nur über die Geschehnisse in Ungarn zu informieren, sondern auch zu erfahren, was in den anderen Ländern passiert. Dies half mir die Region, insbesondere auch im EU-Kontext, besser zu verstehen.

Neben der Erweiterung des fachlichen Wissens kann ich das Praktikum aber auch schon allein wegen des Teams nur weiterempfehlen, welches mich sehr herzlich in Empfang nahm und mir stets hilfsbereit zur Seite stand. Ich fühlte mich sehr wohl bei der FES in Budapest und hätte gerne mehr Zeit hier verbracht. Des Weiteren ist Budapest eine sehr lebenswerte Stadt, die alles bietet, was das Herz begehrt.


Johannes Bodensteiner

Praktikum bei der FES-Budapest September / November 2012

Ich studiere Politikwissenschaft an der Universität Regensburg und weil ich neben dem Studium auch praktische Erfahrungen sammeln möchte entschied ich mich, ein Praktikum bei der FES in Budapest zu absolvieren. Da vor Ort das Büro, inklusive mir, aus acht Personen bestand, war ich quasi in alle Tätigkeitsbereiche miteinbezogen und konnte mir somit einen guten Einblick in die Arbeit einer deutschen politischen Stiftung im Ausland verschaffen. Ich arbeitete hauptsächlich am "Gesellschaftsprojekt" sowie am Projekt "Gendergerechtigkeit in Ostmitteleuropa" mit.

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Meine Aufgabenschwerpunkte hatte ich in den Bereichen: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von FES- und Partnerveranstaltungen in den Arbeitsschwerpunkten EU, Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie Zivilgesellschaft. Konkret habe ich dann je nach Fachveranstaltung Verträge, Teilnehmerlisten oder Namensschilder erstellt, inhaltliche Bewertungen über Veranstaltungen geschrieben, Konferenzregistrationen durchgeführt, fotografiert, die Vorträge genossen oder mich um Public Relations (Facebook und Homepage Betreuung) gekümmert.

Ich wurde aber auch in die inhaltliche Arbeit der Stiftung miteinbezogen. Beispielsweise habe ich soziale Indikatoren der ungarischen Gesellschaft (BIP, ALQ, Durchschnittsverdienst) ermittelt und für Besuche aus Deutschland zusammengefasst, ein 15 Seitiges Arbeitspapier eines ungarischen Wirtschaftsexperten über die Finanzpolitik der EU korrigiert und ich führe auch regelmäßig Gespräche mit den jeweiligen Fachbeauftragen (Gewerkschaften, Gendergerechtigkeit, Internationaler Dialog) über aktuelle Themen, die die politische Situation oder die FES in Ungarn betreffen.

Abschließend möchte ich jedem, der mit dem Gedanken spielt ein Praktikum bei der FES in Budapest zu absolvieren dazu raten, unbedingt eine Bewerbung zu schreiben. Ich wurde im Büro von den Kollegen sehr warm und herzlich aufgenommen und mir wurde die Möglichkeit gegeben, ausgezeichnete praktische Erfahrungen im Tätigkeitsbereich der FES zu sammeln. Da ich nicht der erste deutsche Praktikant bei der FES Budapest bin und Ungarn auch nicht Deutschland ist, wurde mir bei vielen Dingen immer Hilfe angeboten, womit ich mich gut an das Arbeitsklima und das Leben in der neuen Stadt anpassen konnte.


Robert Kluge

Praktikum bei der FES-Budapest Mai / August 2010

Ich habe mich vor Ende meines Politikwissenschaftsstudiums beworben. Nach Einreichung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen wurde ich zum Vorstellungsgespräch in die ungarische Hauptstadt eingeladen - unmittelbar danach bekam ich die Zusage für das Praktikum, das vom Mai bis August 2010 absolviert wurde.

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Bei dem Gedanken an Ungarn sind mir zunächst "typische" Sachen in den Sinn gekommen - Land der Paprika und des Gulaschs (der eigentlich Pörkölt heißt). Heimat des Balatons, hohe Staatsschulden und die Weiten der Puszta. Doch einmal angekommen habe ich zwar viele dieser Dinge wiederentdeckt aber noch mehr neue hinzugelernt. Insbesondere die politische Lage hat sich 2010 in Ungarn erheblich verändert. Nach den Wahlen im April ist es zu einem Regierungswechsel gekommen. Die vormals regierenden Sozialisten erlitten eine herbe Wahlschlappe während der rechtspopulistische Fidesz nun mit verfassungsändernder Zwei-Drittel-Mehrheit regiert - eine schwierige aber spannende Lage für die Arbeit einer deutschen politischen Stiftung, die den Werten der sozialen Demokratie verpflichtet ist.

Auch Teile meiner Arbeit haben sich in diesem schwierigen Umfeld bewegt. Ich habe die wichtigsten (innen-)politischen Ereignisse zusammengefasst und eine kurze Übersicht zur Wirtschaftspolitik Orbáns erstellt. Darüber hinaus war das Aufgabenspektrum sehr vielseitig. Beispielsweise sind zwei hochrangig besetzte Konferenzen in meinen Praktikumszeitraum gefallen, in denen die Erneuerung der europäischen Sozialdemokratie sowie Strategien zur Bekämpfung von Rechtsextremismus in Mittel- und Osteuropa diskutiert wurden. Inhaltich und organisatorisch konnte ich das Team bei der Vor- und Nachbereitung dieser und weiterer Veranstaltungen unterstützen sowie eigene Ideen einbringen. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren die Pflege der Homepage, Zeitungs- und Internetrecherche, Pflege der Verteilerlisten sowie Protokollieren.

Das sechsköpfige Team hat mich sehr herzlich aufgenommen und mir die Integration leichtgemacht. Vom ersten Tag meines Praktikums habe ich mich wohl gefühlt, wusste ich das bei Fragen immer ein Ansprechpartner bereit steht und ganz allgemein habe ich festgestellt, dass ein Praktikum in einem kleinen Team mehr für den Praktikanten (und auch für die Einrichtung) bringen kann, als eine relativ anonyme Atmosphäre in einem großen Büro. Sowohl persönlich als auch beruflich habe ich Kompetenzen erweitern und neue hinzulernen können und möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FES Budapest noch einmal herzlich für die schöne Zeit danken.


Stephanie Grotzer

Praktikum bei der FES-Budapest Februar / Mai 2010

Zum Ende meines Soziologie-Studiums hatte ich mich zu einem Auslandspraktikum entschlossen. Meine erste Wahl, die Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest, gab mir kurz nach Absenden der Bewerbungsunterlagen die Möglichkeit zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch und schließlich die Zusage.

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Während meines viermonatigen Praktikums hatte ich die Möglichkeit, so ziemlich alle Arbeitsbereiche der Stiftung mitzuerleben und mitzugestalten. Eine besondere Erfahrung war die Organisation von zwei Veranstaltungen, die mir in weiten Teilen eigenverantwortlich anvertraut wurde. Weitere Aufgaben waren u. a. das Verfassen diverser Protokolle, Recherchen zu aktuellen Themen sowie die Erstellung von Texten. Besonders interessant waren auch die Konferenzen mit gesellschaftspolitischem Hintergrund, die die FES teilweise in Kooperation mit Partnern durchführt. Da ich das Glück hatte, während der ungarischen Parlamentswahlen vor Ort zu sein, bekam ich einen umfassenden Einblick in die ungarische Parteienlandschaft. Außerdem wurde die Bedeutung von politischen Stiftungen und engagierten Personen, die sich einer (sozial-)demokratischen Gesellschaft verpflichtet fühlen, vor dem Hintergrund dieser Wahlen so richtig klar.

Die Arbeit in dem Budapester Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung kann ich jedem empfehlen, der sich auch nur annähernd für politische Strukturen, Stiftungsarbeit und Politik in Mittelosteuropa im Allgemeinen interessiert. Ich habe durch mein Praktikum - ergänzt durch Gespräche mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter János Molnár - einen umfassenden Einblick in die ungarische Politik bekommen, aber auch in die vielfältigen Aufgaben, die in der FES Budapest anfallen. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr angenehm, ich wurde von dem kleinen Team herzlich aufgenommen. Und nicht zuletzt ist Budapest eine schöne Stadt, in der es sich für ein paar Monate hervorragend leben lässt.


Raphael Kösters

Praktikum bei der FES-Budapest Januar / Februar 2010

Im Anschluss an mein Auslandssemester an der Central European University hatte ich die Möglichkeit, die Arbeit einer deutschen politischen Stiftung im Ausland kennen zu lernen und an ihr mitzuwirken. Im Rahmen meines fünfwöchigen Praktikums im Budapester Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung konnte ich hautnah erfahren, in welcher Weise die Ziele einer sozialdemokratischen Stiftung praktisch umgesetzt werden und mit welchen Herausforderungen sie dabei konfrontiert ist. Zudem wurde mir durch das Praktikum die hohe Bedeutung der Stiftungsarbeit in einem politisch und gesellschaftlich konfliktreichen Land wie Ungarn bewusst.

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Während des Praktikums zählten vielfältige Tätigkeiten zu meinem Aufgabenbereich: Recherchen und das Verfassen von Dossiers z.B. zum ungarisch-slowakischen Verhältnis oder zu verschiedenen gewerkschaftsrelevanten Themen, die Redaktion von Texten, das Protokollieren von Veranstaltungen und Bürorunden, die Zusammenstellung von Statistiken, die Bearbeitung der FES-Homepage sowie täglich anfallende Büroarbeiten. Zudem fiel mein Praktikum zeitlich in die Planungsphase für das Jahr 2010, sodass ich auch diesen wichtigen Arbeitsabschnitt begleiten konnte.

Meine Tätigkeiten wurden durch wöchentliche Gespräche mit dem Mitarbeiter János Molnár (Referent für gesellschaftspolitische Projekte) ergänzt. In diesen Gesprächen erhielt ich einen sehr detaillierten Einblick in historische wie aktuelle Fragen der ungarischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft - eine sehr aufschlussreiche und außerordentlich förderliche Abwechslung.

Insgesamt habe ich durch das Praktikum sehr wertvolle Erfahrungen gemacht und neue Kenntnisse gewonnen. Es hat Spaß gemacht in einer angenehmen Atmosphäre und einem freundlichen, kleinen Team zu arbeiten. Ich möchte ein Praktikum bei der FES Budapest all denjenigen wärmstens empfehlen, die sich für die Tätigkeit von deutschen Stiftungen im Ausland interessieren. Auch für diejenigen, die generell ein reges Interesse an politischen Prozessen in Mittelosteuropa hegen, ist ein solches Praktikum außerordentlich spannend und lehrreich.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass die FES zwar keine Vergütung für das Praktikum leisten kann, es aber zahlreiche Förderungsmöglichkeiten zur Finanzierung des Aufenthalts in Budapest gibt. Ein Beispiel wären die ERASMUS-Praktikumsförderung der Europäischen Kommission oder Stipendien für Praktika des DAAD.


Alexander Boettcher

Praktikum bei der FES-Budapest September bis Dezember 2009

Der Praktikant/die Praktikantin erhält die Möglichkeit, die Arbeit einer deutschen politischen Stiftung in Ungarn umfassend kennen zu lernen, so steht es auf der virtuellen Präsentation des Budapester Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung. Doch was hatte man sich konkret darunter vorzustellen? Zwar war mir die grundsätzliche Stiftungsarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung bekannt, doch wie sich diese in einem anderen Land praktisch gestaltete, war mir bis dato unklar. Aufgrund meines Studiums der Politikwissenschaft, dem Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt, meiner politischen Überzeugung sowie der allgemeinen Berufsorientierung, schien ein Praktikum in einem Auslandsbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung vielversprechend.

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Dabei war das FES-Büro in Budapest eine meiner ersten Präferenzen, da mir Budapest und Ungarn zwar als Tourist bekannt waren, ich jedoch gerne mehr von Land und Leuten kennen lernen wollte. Nach einem Bewerbungsgespräch in Budapest und einer positiven Antwort auf meine Bewerbung, begann ich mein Praktikum im September 2009, für insgesamt vier Monate. Zwar ist es prinzipiell möglich auch für kürzere Perioden bei der FES-Budapest zu praktizieren, jedoch versprach ich mir von einem längeren Aufenthalt eine intensivere Arbeits- und Kulturerfahrung.

Das Büro der FES in Budapest ist zentral an der Budapester Freiheitsbrücke am Fövam tér gelegen und komplett renoviert. Insgesamt arbeiten in diesem Büro - neben dem Leiter Heinz-Albert Huthmacher - zwei gesellschaftspolitische Referenten, János Molnár und Eszter Kováts, eine Büro-Managerin, Anita Horváth, eine Finanzsachbearbeiterin, Judit Török, und ein Fahrer/ Techniker, Zsolt Fedor. Das Team ist damit relativ überschaubar, was jedoch einerseits die persönliche Integration und Identifizierung enorm erleichtert, andererseits einem selber Raum für selbstständiges Arbeiten gibt.

Meine Tätigkeit war breit gefächert. So wurde ich mit Recherchearbeiten oder der Erstellung von Dossiers zu spezifischen Aspekten und Themen der ungarischen Politik und Wirtschaft betraut, beantwortete Anfragen, redigierte und layoutete Texte und Analysen, oder war in die Vorbereitung und Nachbearbeitung von Veranstaltungen und Konferenzen integriert, die die FES-Budapest entweder eigenständig oder als Partner organisierte. Aufgrund der Größe des Teams fielen auch hier viele praktische Arbeiten an, die vom Begrüßen der Konferenzgäste über die Betreuung der Referenten, bis hin zum Aufräumen der Lokalitäten nach erfolgreicher Beendigung der Veranstaltungen reichten. Darüber hinaus zeigte sich das Büro in Budapest sehr offen für eigene Vorschläge und Ideen. So konnte ich mich während meines Praktikums eigenständig um die Erarbeitung und Produktion eines Flyers oder der Überarbeitung des Webauftrittes der FES-Budapest kümmern. Somit gestaltete sich meine Arbeit sehr unterschiedlich und durch die ständig wechselnden und variierenden Konferenzthemen erhielt ich darüber hinaus einen umfassenden Einblick in die ungarische Gesellschaft und Politik, oft im Vergleich zu Deutschland oder anderen europäischen Staaten. Ergänzt und vertieft wurden diese Einblicke durch regelmäßige Gespräche mit dem gesellschaftspolitischen Referenten János Molnár über Ungarn und seine Gesellschaft und Tagespolitik.

Insgesamt erhielt ich so einerseits tiefergehende Einblicke in Land, Leute und Kultur, andererseits erfuhr ich sehr konkret wie eine deutsche politische Stiftung in Ungarn wirkt. Die FES ist, zumindest in Ungarn, ein gesellschaftspolitischer Multiplikator, welcher im sozialdemokratischen Sinn mit seinem Netzwerk und seinen Strukturen politische und gesellschaftliche Entwicklungshilfe leistet. Aufgrund meiner positiven Erfahrung im und mit dem Team der FES Budapest, aber auch natürlich aufgrund der abwechslungsreichen theoretischen und praktischen Arbeiten sowie der wunderschönen Stadt, war dieses Praktikum nicht nur für mein Studium eine wertvolle Erfahrung.


Frederieke Eiken

Bericht über das Praktikum bei der Friedrich-Ebert-Stiftung Budapest Mai / Juni 2009

Im Mai und Juni 2009 absolvierte ich im Anschluss an mein Studium der Betriebswirtschaftslehre und einer befristeten Stelle im Marketing einer deutschen Landesbank ein Praktikum im Ungarn-Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest. Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist eine der sechs Stiftungen der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Sie steht der SPD nahe. Sie begleitet weltweit Projekte in über 100 Ländern der Erde. Zur Bewerbung um einen solchen Praktikumsplatz habe ich mich nicht nur entschlossen, um in Hinblick auf meine berufliche Zukunft Auslandserfahrung zu sammeln. Ich wollte auch Einblicke in die Politik und in den Politiktransfer gewinnen.

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Während meines Praktikums habe ich einen guten Eindruck von der Arbeit und Bedeutung der deutschen politischen Stiftungen erhalten. Ferner habe ich die schwierige wirtschaftliche und politische Situation in Ungarn kennen gelernt. In den Zeitraum meines Praktikums fielen die Wahlen zum EU-Parlament, die ich erstmals aus einer mehr europäischen Perspektive verfolgt habe.

In den ersten Tagen meines Praktikums wurde ich von den Mitarbeitern des Büros mit den alltäglichen Arbeitsabläufen vertraut gemacht. Gleichzeitig stellte man mir in individuellen Einführungen die unterschiedlichen Themen- und Aufgabengebiete der Stiftung vor. In der alltäglichen Büroarbeit konnte ich schon bald kleine Aufgaben übernehmen. Einmal die Woche hatte ich eine Einführungsstunde mit meinem Mentor in die ungarische Geschichte, Gesellschaft und Politik. Dank dieser Informationen habe ich im anschließenden Gespräch ein Gefühl für die aktuelle Situation erhalten.

Ich durfte an den von der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführten Tagungen und Veranstaltungen teilnehmen. Als Teil von organisatorischen Aufgaben habe ich anreisende Dozenten vom Flugplatz abgeholt, zu ihrem Hotel begleitet, ihnen die Unterlagen zum Programmablauf ausgehändigt und erste Fragen zum Aufenthalt in Budapest beantwortet.

Die Sprache im Büro war in der Regel Deutsch, auf den meisten Kongressen oder Veranstaltungen wurde Englisch gesprochen. Eine Übersetzung ins Deutsche war nur selten gegeben. Das Verlaufsprotokoll einer englischsprachigen Konferenz zum Thema "Die östliche Dimension der EU-Nachbarschaftspolitik als Demokratisierungsinstrument" wurde von mir verfasst. Da ich zwar politisch interessiert bin, aber nicht Politik oder ein verwandtes Fach studiert habe, musste ich mich in die wechselnden Themen erst einfinden. Vor und nach den Veranstaltungen habe ich mich in die zumeist englischsprachige Terminologie eingearbeitet. Während meiner Praktikumszeit bei der FES Budapest fielen Veranstaltungen und Kongresse zu weiteren Themen wie z.B. Frauenpolitik, Rechtsextremismus und EU-Außenpolitik. Auch bei diesen Veranstaltungen habe ich Aufgaben übernommen und konnte den Vorträgen und Diskussionen beiwohnen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt regelmäßig Lageberichte zur ungarischen Politik. An solchen Berichten habe ich mitgewirkt. In Ungarn existieren eine gut informierte deutschsprachige Presse und englischsprachige Websites zur Politik des Landes. Im Büro habe ich Informationen recherchiert und auch kleinere Dossiers verfasst. Ich konnte an Auswertungen von Gesprächen mit Partnern der FES teilnehmen.

Von mir wurde unter anderem eine Zusammenfassung über das Regierungsprogamm des im Jahr 2008 neu ins Amt gekommenen Fachkabinetts verfasst, sowie eine Analyse der Europa-Wahlprogramme der ungarischen Parteien. Bei dieser Arbeit hatte ich zu jeder Zeit die Unterstützung meiner sehr gut Deutsch sprechenden ungarischen Kollegen der Stiftung.

Leider musste ich mein Praktikum vorzeitig beenden, da ich überraschend in Deutschland eine feste Anstellung in meiner betriebswirtschaftlichen Spezialisierung erhalten habe und zeitnah die Stelle antreten musste. Gerne wäre ich noch länger bei der FES in Budapest geblieben. Die Arbeit hat mir trotz des auf dem ersten Blick fachfremden Themenfelds sehr viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel gelernt.

Ungarn und gerade Budapest sind einen längeren Auslandaufenthalt wert. Das Land und die Stadt sind einerseits typisch mitteleuropäisch. Andererseits spürt man überall eine eigene, nicht immer einfache ungarische Geschichte und die sprachliche Sonderrolle, die das Land in Europa einnimmt. Die Lebensumstände entsprechen für Ausländer weitgehend denen in Deutschland. Die einheimischen Normalverdiener sind allerdings gezwungen, ein etwas einfacheres Leben als in Deutschland zu führen. Der Gast muss besonders in Budapest auch kulturell auf nichts verzichten und gewinnt viele Eindrücke dazu.

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