Frauenrollen im Wandel – von den Jakobinerfrauen bis zur Gewerkschaft der Frauenrobotern

Ein Tag vor dem internationalen Frauentag am 7. März 2018 kamen Gewerkschaftsvertreter_innen in Budapest zusammen, um über die Frauenrollen in der heutigen Gesellschaft zu diskutieren. Die Referent_innen präsentierten ein umfassendes Bild der unterschiedlichen Interpretationen der Frauenrollen.

Andrea Pető, Professorin der Central European University, fasste die geschichtliche Entwicklung der Frauenrollen zusammen. Ihrer These nach hat die Finanzkrise u.a. auch die gesellschaftspolitischen Defizite des Neoliberalismus ans Tageslicht gebracht, was in der Folge sowohl das marktorientierten Neoliberalismus-Neopatriarchat als auch die illiberalen Anti-Gender Bewegungen stärkte. Anikó Gregor, Soziologin und Dozentin der ELTE Universität wies auf den Gender-Balance-Index hin, bei dem Ungarn mit 50,8% auf dem vorletzten Platz der 28 EU-Länder steht. Der Vertreter des Arbeitgeberverbandes der Unternehmer, VOSZ, Zoltán Kázmér Szabó faszinierte die Teilnehmenden mit den Zukunftsinnovationen der Arbeitswelt. Trotz Roboter werden seiner Meinung nach die Geschlechterrollen bestehen bleiben. Als ein besonders wichtiges Element hob er hervor, dass die Ausbildung der Zukunft viel mehr Wert auf die Förderung von „Soft-Kills“ legen sollte, da die „Hard-Skills“ die Roboter besser erledigen werden.

Zum Abschluss fand ein spannender Gedankenaustausch zwischen den Paneldiskutanten, Péterné Boros, Réka Papp Kinga, Péter Pető und Ambrus Kiss statt. Neben der Blume und Schürze wurden u.a. Gender Pay-Gap, die benachteiligte Situation der Frauen im öffentlichen Sektor und der Mangel an Frauen in den Führungspositionen sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik angesprochen. Bei einem Punkt waren sich aber alle einig: Die Frauenrollen werden weiterhin einen Wandel erleben.

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