Mittwoch, 18.10.17 to Samstag, 21.10.17 - Catania

Journalism & the European 'migration crisis'

Welche Lehren lassen sich für Journalisten aus der „Flüchtlingskrise“ ziehen? Auf der Suche nach Antworten, besuchten Journalisten aus zwölf europäischen Ländern eine der europaweit größten Erstaufnahmeeinrichtungen auf Sizilien.

Foto: FES Budapest
Foto: FES Budapest

Die Flüchtlingssituation, insbesondere im Spätsommer 2015, stellte Journalisten und Medienunternehmen in ganz Europa vor ein Dilemma. Viele Debatten trugen zu einer Spaltung der europäischen Öffentlichkeit bei – was sich auch in der Medienberichterstattung zeigte. Fragen hinsichtlich der moralischen Distanz von Journalisten und der Qualität der Berichterstattung beschädigten die Glaubwürdigkeit des Journalismus.

Vor diesem Hintergrund lud die FES zwölf Journalistinnen und Journalisten aus zwölf europäischen Ländern zu einem Workshop nach Sizilien ein. Im Mittelpunkt stand die Reflexion, bzw. die Entwicklung neuer Ideen und neuer Narrative zum „migration journalism“. Besprochen wurden gute Beispiele und typische Fehler von Berichterstattungen. Welche journalistischen Mittel können genutzt werden, um die Mehrheitsgesellschaft für das Thema zu sensibilisieren und zuverlässige Informationen zu verbreiten? Und, wie können Journalisten gleichzeitig ihre Glaubwürdigkeit bewahren, wenn sie an diesem umstrittenen Thema arbeiten? Zusätzlich entwickelten die Journalistinnen und Journalisten Vorschläge für neue Formate der Zusammenarbeit im europäischen Kontext.

Italien erwies sich als guter Standort für den Workshop. 2017 kamen europaweit die meisten Geflüchteten über das Mittelmeer nach Italien – über 110.000. Das Land fühlte sich von der EU alleingelassen und erhielt nur wenig Hilfe von anderen Mitgliedsländern. Während des Aufenthalts hatten die Teilnehmer_innen die Möglichkeit neue Erfahrungen über die italienische Situation zu gewinnen: Sie konnten Europas größtes Erstaufnahmezentrum „Cara di Mineo“, die italienische Zentrale von Frontex und EASO in Catania und das Rettungsschiff von S.O.S. Méditerranée besuchen. Durch Gespräche mit Vertreter_innen von lokalen und internationalen Hilfsorganisationen, NGOs und italienischen Kirchen entstand ein vielseitiges Bild der Lage. Das Fazit fiel dementsprechend deutlich aus: Journalismus muss Vertrauen wiederherstellen, die Mehrheitsgesellschaft besser ansprechen und sich europaweit besser vernetzen

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