Dienstag, 27.03.18 - Kossuth Klub

Lohnentwicklung in Europa: Eine Erfolgsgeschichte?

In mitteleuropäischen Ländern ist in den vergangenen Jahren das Lohnniveau stark angestiegen. Doch wie nachhaltig ist diese positive Tendenz und wann kann mit einer europäischen Angleichung der Löhne gerechnet werden? Wie kann eine Erhöhung der Löhne erreicht werden und welchen Spielraum gibt es überhaupt dafür? Diese Fragen wurden im Rahmen einer internationalen Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest am 27.03.2018 diskutiert.

Den Eröffnungsvortrag hielt Professor Alfred Kleinknecht von der TU Delft, der darauf hinwies, dass Deregulierungen auf dem Arbeitsmarkt die Flexibilität multinationaler Konzerne zwar erhöhen. Doch langfristig führt dieser Abbau sozialer Verantwortung auf Arbeitgeberseite zu erheblichen Wissens- und Produktivitätsverlusten. Weitere Beiträge beschäftigten sich mit den Erfahrungen bei der Festsetzung von Mindestlöhnen, dem Zusammenhang von Lohnniveau und Arbeitsmigration und den Folgen der Globalisierung von Wertschöpfungsketten für die Arbeitsmarktentwicklungen. Dabei wurde klar, dass in Europa viele Menschen nur ungenügend an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben. Unzufriedenheit, Unsicherheit und Verlustängste sind die Folge, was wiederum populistischen Bewegungen Auftrieb verleiht. In seinem Abschlussplädoyer unterstrich Luca Visentini, Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, daher neben der Bedeutung einer EU-weiten Lohnallianz die zentrale Rolle von koordinierten Tarifverhandlungen. Der dabei zu führende „Soziale Dialog“ müsse endlich die  gesellschaftliche  Debatte dominieren, um die Demokratie zu stärken.

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