Donnerstag, 28.06.18

Anstatt Rekrutierung steht Beibehaltung der Arbeitnehmer_innen im Fokus

Die Liga-Gewerkschaften veranstalteten mit der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 28.-29. Juni 2018 eine gemeinsame Konferenz in Velence, die sich mit dem Thema Arbeitnehmer_innenmangel in unterschiedlichen Bereichen und Branchen beschäftigte.

Der stellvertretende Staatsekretär des Finanzministeriums, Attila István Simon, gab in seinem Eröffnungsvortrag ein ausführliches Bild über den ungarischen Arbeitsmarkt. In Ungarn beträgt die Zahl der Gesamtbeschäftige 4,5 Millionen Personen. Im Fertigungssektor, im Baugewerbe und in der Agrarwirtschaft stieg die Zahl der Beschäftigten am stärksten: insgesamt um 600.000 Menschen. Der Anteil von Frauen am Arbeitsmarkt liegt um 15% niedriger als der von Männern. Für die Regierung ist die größte Herausforderung, wie Frauen, vor allem aus der Altersgruppe von 20-49 Jahren in den Arbeitsmarkt besser integriert werden können, ohne die günstigen Elternzeitregelungen reduzieren zu müssen. Eine konkrete Maßnahme gegen Arbeitnehmer_innenmangel tritt ab Januar 2019 in Kraft: Rentner_innen können weiter arbeiten ohne auf die Rente verzichten zu müssen. Dabei wird nur eine 15 prozentige Einkommenssteuer anfallen. Auch gibt es regionale Unterschiede beim Arbeitnehmer_innenmangel in Ungarn: In der nordöstlichen Region liegt die Zahl der unqualifizierten Arbeitslosen am höchsten in Ungarn.

In drei Panelgesprächen – Wettbewerbssphäre, Selbstverwaltungen und staatliche Unternehmen, öffentlicher Sektor – diskutierten führende Branchengewerkschaftsvertreter_innen über die Problematik des Arbeitnehmer_innenmangels. Oft wurde festgestellt, dass nicht unbedingt die niedrigen Löhne zur hohen Fluktuation führen, sondern die schwierige Arbeitsbelastung öfters ein Grund zur Kündigung sei.

Der zweite Konferenztag wurde den Expert_innengesprächen aus der Regierung, dem Arbeitgeberverbandes und einer Zivilorganisation gewidmet. Ágnes Gerzsényi schilderte die konkreten Regierungsmaßnahmen für die Beschäftigungsförderung. Der Generalsekretär des Handelsverbandes ÁFEOSZ-COOP, István Komoróczki betonte wiederum die regionalen Unterschiede und das Gefühl des Ausgeliefertseins der Arbeitnehmer_innen in kleineren Ortschaften. Elena Gál, von der Zivilorganisation Salva Vita Stiftung brachte durch ihr Referat die Probleme behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt ins Bewusstsein der Zuhörer_innen.

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