Dienstag, 26.06.18

Der politische Kompass der ungarischen Gesellschaft

Wie sieht das Wertesystem der ungarischen Gesellschaft aus? Dieser Frage gingen auf einer gemeinsamen Veranstaltung am 26. Juni in Budapest der Think Tank „ Policy Solutions“, das Online-Magazin „Neue Gerechtigkeit“ (http://ujegyenloseg.hu) und das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest nach.

Zu Beginn stellte Tamás Boros, Ko-Direktor von Policy Solutions“ die Ergebnisse der Studie „Political Values of the Hungarian Society - From death penalty to universal health care” vor. Sie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.000 Personen mit 28 Fragen. 14 dieser Fragen bezogen sich auf Einstellungen zu Minderheiten, Rolle der Familie und das Verhältnis zwischen Individuum und Staat und thematisierten somit kulturelle-gesellschaftliche Werte. Die anderen 14 Fragen thematisierten wirtschaftliche Einstellungen wie Umverteilung, Rolle des Staates, Ungleichheit, Arbeitswelt oder unterschiedliche Steuersysteme. Die Befragten konnten dabei angeben in wie weit sie mit den jeweiligen Aussagen übereinstimmen. Dabei zeigt sich, dass die ungarische Gesellschaft gespalten bei kulturellen und gesellschaftspolitischen Vorstellungen ist. Bei wirtschaftspolitischen Vorstellungen dominieren dabei klar eher linke Vorstellungen. Die Studie ist kostenlos abrufbar unter diesem Link.

Interessierte können selber die 28 Fragen in ungarischer Sprache beantworten und ihre Einstellungen mit Parteipositionen und Politiker_innen hier vergleichen. 

In der anschließenden Diskussionsrunde mit der Soziologin Anikó Gregor und dem Journalisten Zoltán Lakner wurde die Studie als bereichernd angesehen, aber es gab auch einige Kritikpunkte. So wurde hinterfragt, ob ökonomische und kulturelle Werte überhaupt voneinander getrennt werden können. Auch scheinen die individuellen Werte davon abzuweichen was die Menschen innerhalb des gesellschaftlichen Diskurses tatsächlich einfordern. Andere Studien mit abweichenden Ergebnissen sowie innere Widersprüche bei den Antworten der Befragten weisen darauf hin, dass tiefergehende Studien notwendig sind, um das tatsächliche Wertesystem der ungarischen Gesellschaft und ihr damit verbundenes Wahlverhalten zu ergründen.

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