Donnerstag, 21.06.18 - FES

Fachgespräch über die gegenwärtige Lage der Gewerkschaften

Die ungarische Gewerkschaftslandschaft ist mit über 1.000 registrierten Gewerkschaften stark zersplittert. Seit Jahren sinken der gewerkschaftliche Organisationsgrad und somit auch die Schlagkraft der Interessenvertretungen. Die Gewerkschaften leiden nicht nur unter neuen rechtlichen Hürden, die ihnen in der illiberalen Demokratie in den Weg gelegt werden, sondern vor allem auch an einem selbstverschuldeten Glaubwürdigkeitsproblem.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat daher am 21. Juni 2018 anlässlich der Veröffentlichung  ihrer Studie „Zwischen Resignation und Aufbruch - Aktuelle Entwicklungen bei den ungarischen Gewerkschaften“ führende Vertreter_innen von Dachverbänden, Branchenorganisationen und Betriebsgewerkschaften zu einer selbstkritischen Diskussionsrunde über die gegenwärtige Lage der Gewerkschaften eingeladen.

In den Gesprächen wurden unter anderem abweichende Meinungen darüber geäußert, wie von dem derzeit eingeschränkten Streikrecht Gebrauch gemacht werden kann. Während manche Gewerkschafter_innen den Druck sowohl auf die Arbeitgeber als auch auf die Politik durch häufigeres Streiken erhöhen möchten, halten andere Hintergrundgespräche weiterhin für den erfolgversprechenderen Weg, um angestrebte Ziele zu erreichen. Alle an der Diskussion Beteiligten waren sich jedoch darin weitestgehend einig, dass gerade in Zeiten einer sehr schwachen parlamentarischen Opposition der gesamtgesellschaftliche Dialog gesucht werden muss. Der langjährige Kenner der ungarischen Gewerkschaften und Mitautor der Studie, Rainer Girndt, stellte deshalb die Forderung auf, dass „Gewerkschaften sich nicht nur auf ihre Kernaufgaben in den Betrieben und in der Wirtschaft beschränken, sondern sich auch als politische Akteure verstehen sollen, ohne jedoch Parteien sein zu wollen.“

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