04.04.2019

Nach der „Flüchtlingskrise“

Welche Einstellungen haben Europäer_innen zu Migration? Hier geht es zu den Ergebnissen der neuen FES Studie…

Bei den anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament ist das Thema Migration eines der dominanten und wahrscheinlich auch entscheidendsten Themen – oft begleitet vom Streit über die richtigen Lösungen. Während viele EU-Bürger_innen eine stärkere Fokussierung auf Sicherheitsfragen, z.B. den Schutz von Grenzen und strengeren Abschiebungen, fordern, betont ein anderer Teil die humanitäre Verpflichtung gegenüber Menschen in Not.

Beiden Haltungen haben gemein, dass sie das Bild eines geteilten Kontinents zeichnen. Aber hat diese Krise wirklich die Einstellung der Europäer_innen zur Migration verändert? Und ist Europa geteilter als zuvor?

Eine neue Studie von Vera Messing und Bence Ságvári im Auftrag der FES "Still divided but more open- Mapping European attitudes towards migration before and after the migration crisis" geht genau auf diese Fragen ein. Basierend auf dem European Social Survey deckt die Studie den Zeitraum 2002 - 2017 ab, wobei besonderes Augenmerk auf die Zeit vor und nach den Ereignissen von 2015/16 gelegt wird, um länderübergreifende Unterschiede in der Wahrnehmung von Migration zu untersuchen - mit teilweise unerwarteten Ergebnissen.

Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass die Einstellung zur Migration in Europa in den meisten Ländern seit der Flüchtlingskrise 2015 generell positiver geworden ist. Die Ablehnungsrate zwischen 2014/15 (den erhöhten Fluchtbewegungen nach Europa) und 2016/17 (danach) ist von 15% auf 10% gesunken.  Daraus ergibt sich, dass die Mehrheit die migrationsablehnenden Positionen populistischer Akteure und Diskussionen nicht unterstützt. Immer lauter werdende migrationsfeindliche Narrative führen nicht zur vermehrten Ablehnung von Migration. Die Menschen in Europa sind in den meisten Ländern nicht ängstlicher, sondern positiver gegenüber Migrant_innen geworden. Ausreißer bilden Portugal, Belgien, das Vereinigten Königreich und Irland, wo die Menschen nach der Flüchtlingskrise überdurchschnittlich positiver und offener gegenüber Migration wurden. Im Gegenzug fielen die Einstellungen der Ungar_innen gegenüber Migration signifikant negativer aus.

Lesen Sie den vollständigen Bericht für weitere Einblicke und Empfehlungen.

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